Verbindungsgeschichte

Wappen des K.Ö.St.V. Hohensalzburg

Gründer
Vierthaler v/o Loki
Hans Salzmann v/o Horant (erster FM)
S. Seiwald v/o Notker
Martin Wesenauer v/o Lohengrin (erster Senior)

Farbenlied
Burschen- und Fuchsenstrophe von Hans Salzmann gedichtet, Melodie von Prof. Alfred Haslinger

Farben
Burschen = grün-rot-gold
Füchse = grün-rot-grün

Couleur
violett, Mütze aus Samt – schlapp

Wichs

Zirkel

Das Verbindungsheim war im Gasthof Wegscheid in der Augustinergasse der Stadt Salzburg untergebracht. Das starke Mitgliederwachstum der 1. Salzburger Korporation, der K.Ö.St.V. Almgau, führte zu deren Teilung, wobei die Realschüler und Gymnasiasten bei der Almgau verblieben und die Übrigen sich in der Bajuvaria fanden. Als Keilgebiet wurde für die Bajuvaria die LBA und die Gewerbeschule festgelegt.

Wahlspruch
Bajuvaria: Pro aris et focis (sinngemäß: Für Glaube und Heimat)
Hohensalzburg: Für Glaube und Heimat

Der erste Stifter der Bajuvaria war der damalige Bezirksschulinspektor Josef Weyrich.

Geschichte

 

Der ursprüngliche Name der Verbindung Hohensalzburg war Bajuvaria. Diese Verbindung wurde am 14. April 1928 als 2. Salzburger Korporation gegründet.

Am 23. März 1931 erfolgte durch die Bajuvaria der einstimmige Beschluss, dass die Angehörigen der katholischen Studentenverbindung „Bajuvaria“, welche Studenten der Staatsgewerbeschule für Hochbau und Elektrotechnik in Salzburg waren, eine eigene Studentenverbindung mit dem Namen „Langobardia“ – die jetzige Ivaria – gründeten. Die „Langobardia“ wurde am 25. April 1931 beim Publikationskommers im Theatersaal des Kolpinghauses der Öffentlichkeit vorgestellt.

In den folgenden Jahren verstärkte sich die Hetze der Nationalen gegenüber den katholischen Verbindungen massiv. 1931 entschlossen sich daher die drei Salzburger katholischen Korporationen sich zu einem Salzburger Kartellverband zusammenzuschließen, um dem Ansturm der Deutschnationalen, wenn notwendig, mächtig entgegen zu treten. Interne Querelen führten zur zwischenzeitlichen Auflösung im Jahre 1933.

Die Verbindung hatte lange Zeit (bis 1932) erbitterte Anerkennungskämpfe mit der Burschenschaft „Austro-Germania“ (1928 gegründet) auszufechten. Von 1932-1934 gab es dann aber zeitweise ein Kartell mit der Burschenschaft Austro-Germania. Im Jahr 1934 kam es zu einer Arbeitsgemeinschaft zwischen Almgau, Bajuvaria und Langobardia. Wahlspruch der Bajuvaria: „Für Glaube und Heimat!“

Bis 1935 stand die Bajuvaria in hoher Blüte. Die damalige Bude befand sich in St. Peter. Ab 1935 kam es aber zu einem Verfall des Verbindungslebens, da der damalige Senior Hermann Auer v/o Ingo sehr viel anderweitig beschäftigt war. Der Abstieg begann mit dem Senior Fritz Pfoser v/o Baldur. Es konnte nur sehr selten ein BC stattfinden, da der Senior nicht erschien. Im Jahr 1937 schlossen sich Burschen der drei Verbindungen schließlich zum Salzburger Landesverband zusammen.

Ein besonderes Ereignis stellte der Pennälertag zu Pfingsten des Jahres 1937 dar, der in Salzburg abgehalten wurde. Der Kommers fand im Festspielhaus statt. Bundesbruder Reg. Rat. Fritz Zacke v/o Dr. cer. Perkeo meisterte als Präsidium diese couleurstudentische Großveranstaltung mit Bravour. Es waren die letzten Tage des freien Österreichs, von denen auch die einzelnen MKV-Verbindungen stark betroffen waren.

Leider zeigte im Jahre 1938 ein bedrohliches Wetterleuchten am politischen Himmel den aufkommenden Sturm an, den es zu überstehen galt. Am 12. März 1938 in der Früh begann der Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich. Mit ihr zogen SS-Kommandos ein, die mit ihrem Terrorregime unverzüglich begannen. Auf Drängen Bundeskanzlers Seyß-Inquart, Vertrauensmann der Nationalsozialisten, trat am 13. März 1938 Bundespräsident Miklas zurück, seine Funktion ging auf den Bundeskanzler über, um am selben Tag noch den Anschluss zu vollziehen.

Da eine Anzahl an Bajuvaren an den nationalsozialistischen Kundgebungen teilnahmen, wurde eine Vollversammlung einberufen und beschlossen, dass die Teilnahme an diesen Kundgebungen mit unseren Verbindungsprinzipien unvereinbar sei, woraufhin diese Mitglieder zu entlassen seien. Dieser Beschluss wurde angenommen und einige Bajuvaren verließen die Verbindung. Bei der Langobardia waren die Verhältnisse ähnlich und so wurde auf einem Convent (10. März 1938) im Gasthaus Deutscher Hof beschlossen, die beiden Verbindungen vorläufig zusammenzulegen, um besser bestehen zu können.

Am 14. März 1938 wurde einstimmig beschlossen, der Polizei die Auflösung der Verbindungen Bajuvaria und Langobardia bekannt zu geben. Damit sollte gemäß den Verbindungsstatuten das Verbindungsvermögen vor der Beschlagnahme bewahrt werden und in das Eigentum der AH übergeführt werden. Alle Burschen wurden mit einstimmigen Beschluss wegen Notlage philistriert. Die Conventsprotokolle und Mitgliederverzeichnisse wurden vernichtet.

Die Sturmflut, die nun über uns zu stürzen drohte, war kaum aufzuhalten. Der letzte Tag und die letzte Stunde des freien Österreichs zwangen uns, soweit möglich, alle Couleurartikel, sowie das Verbindungsinventar in Sicherheit vor der Gestapo zu bringen. Für viele Mitglieder der katholischen Verbände begann nun ein innerer und äußerer Leidensweg, da der abgeleistete Burscheneid auf die vier Prinzipien unvereinbar mit dem menschenunwürdigen, nationalsozialistischen Gedankengut war. Diese Leidenszeit, die schließlich in einem blutigen Krieg und in ein Chaos mündete, wurde durch die Schikanen der Gestapo eingeleitet und so mancher unserer Bundes- und Kartellbrüder ging den Weg ins Konzentrationslager. Die Lebensfreundschaft der Bundes- und Kartellbrüder erlosch jedoch auch nicht in der Folgezeit, sondern verband diese immer und zu jeder Zeit.

1940er

Nur kurz nachdem dieser unselige Krieg beendet war, fanden sich die ersten Bundes- und Kartellbrüder wieder, um die Verbindungen neu zum Leben zu erwecken und ehestens in Schwung zu bringen. Während der Besatzungszeit durften die Verbindungen Bajuvaria und Langobardia aus politischen Gründen ihren bisherigen Namen nicht mehr führen. Sie mussten diesen in „Hohensalzburg“ und „Ivaria“ ändern. Bis zum 10. Februar 1950 waren die drei Salzburger katholischen Korporationen in einer Art Arbeitsgemeinschaft zusammengeführt.

1950er

Zu Beginn der 1950er Jahre war die personelle Situation in der gemeinsamen Salzburger Verbindung so gebessert, dass eine Teilung in die drei Verbindungen überlegt wurde. Die Almgau kümmerte sich um die Allgemeinbildenden Höheren Schulen, die Ivaria (vorher Langobardia) um die Technischen Höheren Schulen und die Hohensalzburg (vorher Bajuvaria) sollte im Pongau, am neu gegründeten Gymnasium in St. Johann im Pongau tätig werden. 1956 wurden die ersten Füchse rezipiert und 1957 trat die Hohensalzburg mit dem Publikationskommers in das Licht der Öffentlichkeit.

Zu Pfingsten 1958 fand der Pennälertag, die Versammlung aller katholisch österreichischen Studentenverbindungen, unter dem Dach des Mittelschüler Kartellverbandes (MKV) in St. Johann statt. Die vielen jungen Leute und auch älteren Semester mit ihren bunten Kappen und die Chargierten in ihren altstudentischen Uniformen zogen durch den Ort und sorgten für großes Interesse und Aufsehen bei der Bevölkerung. Von diesem Zeitpunkt an nahm die K.Ö.St.V. Hohensalzburg am Vereinsleben teil und damit an kirchlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen im Ort.

1960er

Mittelpunkt des Verbindungslebens war das Vereinslokal, die Bude, eingemietet in einem Wohnhaus in der Kirchengasse. Dort trafen sich die Mitglieder (Bundesbrüder) zu wissenschaftlichen Abenden, geselligen Kneipen, zum Kartenspiel, zur Überbrückung der Mittagspause oder einfach zum Erholen nach dem Unterricht. Das Verbindungsleben war rege, doch 10 Jahre nach der Publikation wurde das Augenmerk zu sehr auf die Pflege der Bundesbrüderlichkeit im bekannten Kreis gelegt und auf die Gewinnung neuer Mitglieder wurde vergessen.
Einen Aufschwung brachte 1969 die Rezeption von Schülern des Missionsgymnasiums St. Rupert in Bischofshofen. Dadurch wurden allerdings die Aktivitäten verstärkt nach Bischofshofen gelenkt und nachdem die Internatsleitung den Ausgang am Abend untersagt hatte, blieben die Aktivitäten aus und die Aktivitas wurde sistiert.

1970er

1977 gelang ein Neustart. Mit der Handelsakademie war eine weitere Höhere Schule in St. Johann eröffnet worden, die das Keilgebiet erweiterte. Eine Bude wurde in einem alten Haus in der Schnürergasse gefunden und das Verbindungsleben blühte auf.

1980er

Der Traum, eine Bude im Eigentum der Verbindung zu haben, für den lange schon angespart worden war, ging 1986 in Erfüllung. Ein altes Haus am Salzachweg, in dem im Erdgeschoss eine Drechslerei und im 1. Stock eine Wohnung untergebracht waren, konnte gekauft werden. Mit den Ersparnissen der Verbindung, Vorauszahlung von Mitgliedsbeiträgen, mit Förderungen von Land und Gemeinde aus der Jugendförderung und mit Darlehen konnte das Haus finanziert werden. Die Umbauarbeiten wurden durch Eigenleistungen ermöglicht, die Wohnung wurde vermietet und die Mieteinnahmen zur Darlehenstilgung verwendet. Die identitätsstiftende Wirkung dieses Großprojektes äußerte sich in einem regen Verbindungsleben und ermutigte die Verbindung die Organisation des Pennälertages 1990 zu übernehmen. Unter dem Titel „Schülerkongress 1990“ kamen fast 2000 Kartellbrüder nach St. Johann.

1990er

1995 wurde das Obergeschoss des Hauses einer Wohnbaugemeinschaft im Baurecht übertragen, das Gebäude durch einen Zubau erweitert und mit einer Gasetagenheizung ausgestattet. Die Bude im Erdgeschoss dient der Verbindung für Veranstaltungen jeglicher Art, die darüber liegenden zwei Wohnungen werden von der Baugemeinschaft vermietet.

Die Konzentration auf Umbau, Zubau und Modernisierung der Bude hat alle Kräfte gebunden und die wichtigste Arbeit, die Nachwuchsarbeit, wurde vernachlässigt. Eine vorübergehende Sistierung der Aktivitas war die Folge.

2000er

Der Festkommers zum 80. Stiftungsfest fand im Oktober 2008 unter der Ägide des Philisterconseniors Mag. Michael Brucker v/o Faust im gediegenen Ambiente des Austriahauses am Schanzengelände in Bischofshofen statt.

2010er

Nachdem in den 2000er Jahren der Verbindungsbetrieb aufgrund einer fehlenden Aktivitas stark beeinträchtigt war, beschloss ein Kreis von engagierten Bundesbrüdern, die sich ihrer Hohensalzburg besonders verbunden fühlten, aktiv zu werden. Im Jahre 2013 trafen sich die Bundesbrüder Mag. Michael Brucker v/o Faust, Kurt Katstaller v/o Caesar, Mag. Christian Bürgler v/o Cicero, Mag. Andreas Eder v/o Gandalf, Mag. Matthias Jäger v/o Zarathustra und Mag. Rainer Schroll v/o Tacitus im Rahmen von zwei Klausurtagungen in Wien und in Linz, um zum Thema Zukunft der Hohensalzburg intensiv zu beraten. Das Ergebnis dieser Tagungen war der einhellige Tenor, dass der Verbindungsbetrieb der Hohensalzburg fortbestehen soll und man konkrete Maßnahmen zur Reaktivierung der Aktivitas in den nächsten Jahren verfolgen wird.

Um die historisch gewachsen Kontakte zur Handelsakademie wieder zu reaktivieren, wurde im Jahr 2014 das „Hohensalzburg-HAK-Absolventennetzwerk“ auf informeller Basis gegründet. Hier ging es insbesondere darum, Bundesbrüder, die die Handelsakademie St. Johann absolviert haben, zu vernetzen und diese Kontakte der Handelsakademie zugänglich zu machen.

Ziele für die Handelsakademie

• Steigerung der Attraktivität der HAK St. Johann
• Förderung der Schüler und Unterstützung der Lehrer durch

  • Vernetzung mit der Wirtschaft
  • Einblick ins Berufsleben durch Workshops, Gruppenarbeiten, Exkursionen, etc.
  • Karriere- bzw. Berufsplanung
  • Förderung von Soft-Skills (Präsentationstechnik, Diskussionsführung, etc.)
  • Auseinandersetzung mit wirtschaftlichen bzw. wirtschaftspolitischen Fragestellungen aus der Praxis

In den Jahren 2014-2015 hat man sich im Philisterchargenkabinett darauf verständigt, dass die Bude rund 20 Jahre nach dem Umbau einer Erneuerung zu unterziehen ist. In der Folge kam es zu einer gründlichen Räumungsaktion. Die Renovierungsaktivitäten erstreckten sich dabei auf die Neuverkleidung des Vorraumes, sowie des Eingangsbereiches. Auch wurde eine neue moderne Küche eingebaut und das Chargenzimmer komplett neu möbliert. Im Jänner 2016 wurde Anton Herzog v/o Hubertus das pro meritis Band verliehen. Bundesbruder Hubertus hatte sich rund um den Budenankauf in den 90er Jahren sehr engagiert.

Einen weiteren Meilenstein im Jahr 2016 stellt der erstmalige Webauftritt der Hohensalzburg durch die neugestaltete Verbindungshomepage dar. Im Rahmen einer Projektarbeit in Zusammenarbeit mit Schülern der Handelsakademie St. Johann im Pongau wurde unter der Projektleitung des damaligen Philisterseniors Mag. Michael Brucker v/o Faust und Bundesbruder Dipl.-Ing. Lukas Holleis v/o Luke Skywalker in mehr als 6-monatiger Projektlaufzeit und zahlreichen Arbeitssitzungen eine Homepage entworfen, die zur Jahresmitte aktiv in Betrieb genommen werden konnte.

Im Sommersemester 2017 fand schließlich noch ein weiteres Bewerbungstraining mit den Schülern der HAK und der HTL St. Johann im Pongau statt. Dieses wurde geleitet von den Bundesbrüdern Mag. Christian Bürgler v/o Cicero, Mag. Andreas Eder v/o Gandalf, Mag. Matthias Jäger v/o Zarathustra und Dipl.-Ing. Lukas Holleis v/o Luke Skywalker.

Die letzte Zeile der Burschenstrophe lautet: „Immer wird Hohensalzburg sein!“

Hohensalzburg vivat, crescat, floreat ad multos annos.